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Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun? 
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Beitrag Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
Hallo Normag Fans!

Die Motorentechnische Instandsetzung des NG22 aber auch jedes anderen alten Schleppers ist immer eine Herausforderung, mal kann man ein Ersatzteil ergattern, mal sucht man Jahre und findet nichts.
Dieser Zauber ist eigentlich der Grund warum ich nun schon rund 15 Jahre mit dieser Marke, mal mehr, mal weniger aktiv, zu tun habe und bis heute nicht verflucht habe.

Meine Einstellung ist, "Lanz, Deutz und Porsche kann jeder".(Hoffe ich trete meinem Bruder grad nicht vors Knie ;) )

Normag ist mit Know How und Ausdauer verbunden. Aus immer aktuellen Anlaß habe ich mal diesen Artikel gestartet, damit ich nicht alle drei Tage die selben Fragen beantworten muß und um zu zeigen das ein NG22 auch ihne Rudolf Neubert wieder zum Leben erweckt werden kann.
Nicht falsch verstehen das hier geht nicht gegen Rudolf, wir müßen nur versuchen auf eigenen Beinen zu stehen und nicht jedes NG22 Leben in die Verantwortung eines Mannes zu legen.
Rudolf hat mich bei all meinen Anstrengungen motiviert und ist immer noch jemand dem ich gerne zuhöre, auch wenn ich versuche etwas ohne ihn zu machen, klappt nicht immer aber oft :)

Der folgende Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, er ist als Alternative und Motivation gedacht, etwas was es nicht mehr gibt, nachzubauen oder Instandsetzen zu lassen und nennt Personen/Firmen die einem dabei helfen oder zeigt wie man es selber realisieren kann.

Nun gehts direkt los:

Es gibt verschiedene Pleulager, eine Ausführung ist mit Weißmetallausguß, eine andere Variante gibts mit Bronze.
Die Bronzelager sind auf Dauer beständiger, allerdings tritt der Verschleiß dann mehr an den ungehärteten Kurbelwellenzapfen auf.
Die Weißmetalllager sind weicher und Verschleißfreudiger als die Bronzeversion, ich habe die Meinung, lieber ein Lager ersetzen als die Kurbelwelle, die meist eh schon geschliffen wurde, weiter trapazieren.

In beiden Fällen haben wir das Problem das es unter normalen Umständen keine Lager mehr gibt.
Rudolf Neubert hat noch einen kleinen Restbestand an Lagern und Rohlingen aber aud Dauer ist das keine Lösung.
Es gibt eine Alternative, die Lager neu mit Weißmetall ausschleudern, sprich die alten Lager bleiben erhalten und werden ausgeschmolzen, verzinnt und anschließend mit WM neu ausgegossen.

Wer daran Interesse hat, bitte kurze PN.

Die Ölpumpe ist im Grunde ein Pleul wie die Arbeitspleule.
Dieses Pleul ist aber leider nicht mit einer Lagerschale versehen, sondern das Graphithaltige Guß läuft auf der Kurbelwelle.
Ist das ganze nun verschlissen, gibts ein Problem. Zur Zeit kann man bei Rudolf Neubert noch Rohlinge bekommen, alternativ dazu wäre an den Trennflächen Material abzuschaben und das Pleuauge neu auf Maß auszudrehen.
Der Ölkanal wird dadurch zwar verengt aber auch den kann der findige Dreher wieder ausdrehen.
So kann man das alte Pumpenpleul wieder verwenden.
Ein Ausschleudern mit Weißmetal wie bei den Arbeitspleul geht wegen dem Grafitgehalt nicht.

Auf diesem Wege ist der Pumpenexenter zu vermessen, Daten entnehme man aus der Tabelle.
Dieser "Kolben" der in einer Art "Zylinder" auf und ab fährt, kann ebenfalls neu gedreht werden.
Dabei ist allerdings eine Präzisionsmaschine gefragt, denn hier gehts um eine mech. Passung.
Ich habe bei der Neuanfertigung die Erfahrung gemacht das der Pumpenkolben im Schlichtgang mit einer CBN-Wendeplatte ein fast poliertes Finnish erhält, hohe Drehzahl beim spanen ist natürlich Pflicht.


Kolbenringe sind natürlich auch fällig, wer ein Standartmaß benötigt wird im Handel noch etwas bekommen, in den meisten Fällen sind die Ringnuten ausgeleiert und die Laufbuchsen wurden auf ein krummes Maß aufgebohrt, dann kommt man an einer Sonderanfertigung nicht vorbei. Alle Maße sind möglich, solange es Gußringe sind.

Mein Tip:
Ideal-Kolbenring-Fabrik E. Ebert, Nachfolger K. Janowsky
Skalitzer Strasse 101
10997 Berlin
Tel.:030/6126993

Frau Maas ist die Ansprechpartnerin und sehr kompetent.

Falls es Probleme mit den Preisen gibt,was ich nicht glaube, einen schönen Gruß von mir.
Standartmaß 5-6 €, Anfertigung ca. 12,50 €


Kolben gibt es für viel Geld ab und zu noch zu kaufen, ich glaube Mahle vertreibt noch welche.
Ist ein Kolben nur angefressen, würde ich versuchen ihn etwas beizuarbeiten, braucht man einen neuen, hier ist jemand der baut für ca.250€ einen neuen nach Muster:

Leo Dümpert

Haus 24
29487 Bülitz Deutschland
05844/1862

Kolben für Veteranen und andere Motoren


Wer eine Laufbuchse benötigt und keine bekommt, könnte sich eine drehen oder drehen lassen.
Hier bietet sich eine GG25 Strang oder Schleuderguß Büchse an.
Preis - Stranggußbüchse in dem Maß für unsere Motoren ca. 142,00€ inkl. MwSt.
Preis - Aufbohren der Buchse durch Motoreninstandsetzer ca. 60€
Ergo kann man für ca. 200€ und etwas Schweiß eine Laufbüchse realiseren.

Lieferant hierfür:
http://www.fibsachs.de/strangguss-abmessungen.html
f-i-b A.Sachs OHG
Am Mühlenkämpchen 26
D - 42477 Radevormwald
Telefon: 0 21 95 / 93 30 25


Wenn eine solche "rohe" Büchse bestellt wird, ist darauf zu achten das man sie um einige mm größer bestellt als sie werden soll. Das heißt øinnen - 2mm øaußen +2mm (achte auf den Kragen!) und ca.4mm mehr an Länge.
Verfahrensweise:
Den Innendurchmesser ignorieren wir erstmal, darum kümmmert sich ein Motoreninstandsetzer der sie anschließend auf das richtige Endmaß aufbohrt/schleift.
Die Buchse wird im Dreibackenfutter innen gespannt und die obere Seite wird nun erstmal Plangedreht.
Wer schonmal eine Laufbuchse in der Hand hatte, wird wissen das sie einen Kragen hat. Diesen müßen wir berücksichtigen* und spannen nun die Buchse mit der plangedrehten Seite innen ein.
*Die Laufbuchse wird in dem Block eingeschliffen, bitte die Tabelle in dieser Rubrik beachten, "Laufbuchsen Überstand über Kante" ist das Stichwort!


Anmerkung vom 27.03:
;) Weil ich für diese Zeichnung gestern gleich "Schelte" per PN bekommen habe, lasse ich mich nicht lumpen und habe es in CAD gemacht.
Wer für seinen CNC gesteuerte Drehe verwendbare Daten haben will, bitte kurz Bescheid sagen.




Eine Fixierung mittels Lünette ist zwingend erforderlich! Wenn der Kragen nicht schon vom Lieferanten ausgedreht wurde und die Büchse sich in einem absoluten Rohzustand befindet, haben wir nun ein bis zwei Stunden gräuseliges GG-spanen vor uns. Der AußenøBuchse zum AußenøKragen beträgt je nach Motor einen guten Zentimeter.
Die Laufbuchse des KD15Z hat drei Nuten in denen Gummiringe die Buchse nach unten abdichten, diese werden an den richtigen Stellen und Tiefe angebracht. Je nach dem was man für Gummiringe verwendet, kann man sich einen HSS Drehstahl im Radius schleifen oder grade wie bei Kolbenringnuten.
Am unterem Ende der Laufbuchse wird noch eine Phase nach innen gedreht, damit man die Kolbenringe gut einschieben kann.
Länge, Breite sowie komplette Abmaße einer Laufbuchse bitte vorher genau vermessen!


Der Brennstoffnocken ist ein leidiges Thema, ist er plattgelaufen, läuft er KD15Z seltsamerweise immer noch aber er qualmt. Im Moment habe ich auch noch keine andere Idee als an Rudolf Neubert zu verweisen. Ich möchte mich an einer Aufbereitung des Nockens selber mal versuchen aber erst im nächsten Jahr wenn ich Maschinentechnisch etwas besser ausgestattet bin.

Je nach dem ob ihr einen originalen oder einen "nachgebauten" Nocken verbaut habt, kann man ihn vernüftig aufbereiten. Sprich die Nocken werden neu aufgeschweißt und "beigeschliffen", anschließend werden die Nocken gehärtet. Wenn ich mich mit dem Brennstoffnocken etwas mehr auseinander gesetzt habe, werde ich einen Lösung hier nachtragen.



wird fortgesetzt....

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Dienstag 24. März 2009, 22:44
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
hallo normagler,
habe bei Interesse eine Kopie (Ersatzteiliste,Bedienungsanleitung) anzubieten.
Wer hat ein Werkstatthandbuch, falls es dieses jemals gegeben hat.
Gruß Dirmsteiner


Dienstag 24. März 2009, 23:01
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
meinst du sowas hier:
http://normag-forum.de/forum/gallery/album.php?album_id=7

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Dienstag 24. März 2009, 23:05
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
oben im Text gibts wieder ein Update.

Nachtrag:
Thema Laufbuchsen. Mich würde interessieren wieviele Interessenten es gäbe, Laufbuchsen bei mir zu bestellen. Entweder im Originalmaß mit neuen Kolben oder auf ein gewünschtes Maß den derzeitigen Kolben entsprechend.
Ich würde dann der entsprechenden Menge Preis vorschlagen.

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Mittwoch 25. März 2009, 14:26
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
@ Markus
Bist du schon zu einer Lösung wegen den Brennstoffnocken gekommen?
Meiner müsste auch mal überarbeitet werden.

Sag mal kannst du einen gute Zylinderschleiferei empfehlen?
Gute Arbeit zum fairen Preis.


Freitag 15. Januar 2010, 20:50
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
Hallo Hawk,
empfehlen kann ich schon welche aber das macht wenig Sinn, da wir nicht in der gleichen Region wohnen. Ich würde an deiner Stelle mal bei dir und deinen Leuten nachfragen.
Was willst du denn schleifen/bohren lassen, eine Laufbuchse?

Zu dem Nocken, da bin ich aus zeitlichen Gründen auch noch nicht zu gekommen. Sobald ich da etwas weiß, schreibe ich es hier.

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Mittwoch 20. Januar 2010, 22:17
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
Danke Markus, NG22 hat mir schon weiter geholfen in Bezug auf Motoreninstandsetzung :D


Mittwoch 20. Januar 2010, 22:21
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
Relevante Dinge die in diesem Thread interessant wären?

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Mittwoch 20. Januar 2010, 22:30
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
Nur eine Adresse einer Firma, glaub nicht das das so informativ ist :oops:


Mittwoch 20. Januar 2010, 23:10
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Beitrag Re: Meine Tips zum KD15Z, keine Ersatzteile - was nun?
Hallo Hawk,

bei den Möglichkeiten die wir manchmal als Normagbesitzer haben, ist jeder Strohhalm, sprich Firma, egal wo sie ist in Deutschland, manchmal für uns von unschätzbaren Nutzen. Deshalb meine Bitte auch an die anderen Nutzer des Forums:

Haltet nicht mit Euren Verbindungen zu irgendwelchen Firmen, oder Euren eigenen Möglich- und Fähigkeiten hinter dem Berg. Raus damit mit Eurem Wissen. Nur so können wir unsere Normags langfristig auch in der Zukunft am Leben erhalten.

_________________
Grüße aus dem schönen Leinetal :P von Frank-Olaf

Normag NG15 - 17 PS - Baujahr 1951
Güldner G25 - 24 PS - Baujahr 1967
Deutz F1L 514/50 - 15 PS - Baujahr 1950

Wer Bier trinkt unterstützt die Landwirtschaft


Donnerstag 21. Januar 2010, 00:26
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