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Vorderachslager NG 16 undicht
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Autor:  BM 15 B [ Montag 24. Juli 2017, 20:07 ]
Betreff des Beitrags:  Vorderachslager NG 16 undicht

Hallo Normagler!
Nachdem das rechtes Vorderachslager meines NG 16 seit geraumer Zeit immer mehr (rabenschwarzes) Fett nach innen zum Turmschenkel hin rausdrückte, habe ich mich heute mal drangemacht und bin der Sache auf den Grund gegangen. In Ermangelung eines 55er Schlüssels zum Abschrauben der Verschlusskappe musste eine kräftige Rohrzange herhalten. Ein so schwarzes Fett, wie das, was mich darunter anlachte, habe ich noch nie gesehen. Das war bestimmt genauso alt wie der Traktor selbst, nämlich 65 Jahre. Nach einer gründlichen Reinigung konnte man das Innenleben der Radnabe erkennen. Und die Teile sahen eigentlich noch gut aus. Das Rad lief vorher ja auch problemlos und relativ spielfrei. Für die, die es interessiert: Verbaut war zur Außenseite hin ein kleines Kegelrollenlager (Kennzeichnung: 30305) und zur Innenseite ein großes Kegelrollenlager (Kennzeichnung: 32207). Beide noch top in Form. Die Abdichtung des Lagers zum Turmschenkel hin erfolgt mit einer Art Kolbenring, der in einer Nut geführt wird und sich beim Aufschieben der Nabe von selbst zusammendrückt. An dieser Stelle hatte es bei mir das Fett rausgedrückt. In der Normag Ersatzteilliste auf Seite 44 hat er die Nummer 29 und nennt sich Schlitzdichtring. Der Ring hat im zusammengedrückten Zustand einen Innendurchmesser von 67mm, außen 73mm. Die Wandstärke beträgt 3mm. Die Gesamtbreite in der Nut ist 3,5mm.
Da ich bei den verbauten Teilen keinen Fehler entdecken konnte habe ich nach gründlicher Reinigung und reichlich Schmierfettgabe alles wieder zusammengebaut. Zur Abdichtung des Nabendeckelgewindes habe ich einen 50iger O-Ring verwendet und die Nabe vorsichtig festgezogen. Ob das Lager jetzt dicht ist wird die Zukunft zeigen. Es läuft jedenfalls spielfrei und geräuschlos.
Welche Bedeutung und Funktion allerdings der Hakenspringring an oder unter der Verschlusskappe hat (Teil Nr. 43) ist mir nicht schlüssig.
Ach ja, und dann noch eine Frage. Gehört zwar nicht direkt zum Thema.
Im Abschmierplan ist ein Schmiernippel -Zwischenwellenlager- aufgeführt. Dieser ragt aus dem Getriebegehäuse vor dem Gaspedal heraus und lässt sich, weil er einer der alten Art ist, nur schlecht abschmieren. Was ist die Zwischenwelle, das Zwischenwellenlager, und wo geht das Fett hin. Man sieht nämlich nicht, wenn man die Fettpresse ansetzt und pumpt, wo das Fett bleibt. Ist der Nippel wichtig?

Dateianhänge:
Fettaustritt am Lager Kopie.jpg
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Kegelrollenlager Kopie.jpg
Kegelrollenlager Kopie.jpg [ 259 KiB | 11251-mal betrachtet ]
Kronenmutter.jpg
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Schmiernippel Zwischenwellenlager.jpg
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Autor:  countryman [ Montag 24. Juli 2017, 23:48 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vorderachslager NG 16 undicht

der Hakensprengring rastet in die Nut in dem Kappengewinde ein und verhindert dass sich die Kappe lost. War damals auch an Anhängerachsen verbreitet.
Eine wirkliche Abdichtung ist dieser "Schlitzdichtring" ja nicht, eher ein Staubschutz. Ich vermute das alte Fett hat sich zersetzt und ist deshalb ausgetreten.

Autor:  Normag-Uli [ Dienstag 25. Juli 2017, 20:06 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vorderachslager NG 16 undicht

Der beste Staubschutz ist doch, wenn etwas Fett um die Achse austritt 8-) 8-)
Bei mir - also bei meinen Traktoren :mrgreen: - kommt da immer etwas Fett raus und ich wische das auch nicht sauber

Autor:  BM 15 B [ Dienstag 25. Juli 2017, 20:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vorderachslager NG 16 undicht

Hallo Uli
Die Masse, die an der Naben Innenseite ausgetreten ist sah eigentlich gar nicht mehr aus wie Fett. Eher wie Harz oder Pech und war auch ziemlich fest. Wie countryman bereits festgestellt hat hat sich das Fett offensichtlich zersetzt. Auch das, was ich im Lagerinneren vorgefunden habe, war nur noch eine Masse, die entfernt an Fett erinnerte und mit festen Erdklümpchen durchsetzt war. Ich bin ganz froh, dass es nun draußen ist. Das Lager auf der rechten Seite ist dagegen völlig trocken und läuft auch ganz leicht und geräuschlos. Bei Gelegenheit schraube ich aber auch diesen Deckel mal ab und schau mal rein. Wenn da auch ein Fett - Erde Gemisch drin ist wirds ebenfalls gewechselt. Ist keine grosse Arbeit.
Hast Du eine Meinung zum Zwischenwellenlager?

Autor:  Normag-Uli [ Donnerstag 27. Juli 2017, 20:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vorderachslager NG 16 undicht

Hallo Alfons,

natürlich ist es richtig, das alte Fett zu entfernen und alles komplett neu abzuschmieren.
Das Fett verharzt nämlich mit der Zeit - ich hatte selber schon mal an einer meiner Baustellen einen festsitzenden Achsschenkel - den musste ich mit einem Gasbrenner warm machen um das ganze wieder beweglich zu machen.

Aber was anderes:

BM 15 B hat geschrieben:
...Zur Abdichtung des Nabendeckelgewindes habe ich einen 50iger O-Ring verwendet und die Nabe vorsichtig festgezogen. Ob das Lager jetzt dicht ist wird die Zukunft zeigen. Es läuft jedenfalls spielfrei und geräuschlos....


Die Nabe darf nicht zu fest angezogen werden. Diese als Kegelrollenlager ausgebildeten Radlager werden nur "handfest" angezogen und dann wird die Mutter um ca. 1/6 zurück gedreht und anschließend mit einem Splint gesichert.
Wenn das Lager zu fest angezogen wird, besteht die Gefahr, dass es frisst, weil es durch die Bewegung warm wird und sich ausdehnt.

Autor:  BM 15 B [ Freitag 28. Juli 2017, 19:07 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Vorderachslager NG 16 undicht

Hallo Uli!
Ich habe mich offensichtlich etwas falsch ausgedrückt. Mit "Nabe vorsichtig festgezogen" meinte ich natürlich den Nabendeckel.
Das Lagerspiel habe ich exakt so wie du es beschrieben hast eingestellt.
Die auf dem 3. Foto sichtbare Kronenmutter habe ich ohne Werkzeug nur mit der Hand angedreht, dann etwas zurückgedreht bis der Splint in eins der vorgesehenen Löcher passte und das Rad schön leicht lief. Die Kronenmutter wackelt jetzt etwas hin und her und wird nur durch den Splint am Verdrehen gesichert.
Ob Rad und Lager richtig montiert sind stellt man fest, wenn man das Spiel, wie der TÜV Prüfer, durch rütteln am Rad überprüft.

Hat jemand noch eine Information zu meiner Frage im Zusammenhang mit dem Schmiernippel Zwischenwellenlager?

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